Reaktion der FDP auf „Fake-News“ zur TechFak

Auch Hochschulleitung in der Kritik; Erlanger CSU gefordert

 

Mit heftiger Kritik reagiert der örtliche FDP Kreisverband auf die Enthüllungen der Erlanger Nachrichten wonach seitens des Finanzministeriums in der Debatte um den zukünftigen TechFak-Standort mit falschen Zahlen argumentiert worden sein soll. Die Erlanger Nachrichten hatten aufgedeckt, dass sich die TechFak derzeit auf 9 Standorte und nicht wie behauptet auf 28 verschiedene Standorte verteilt.

Kreisvorsitzender Matthias Faigle: „ Dass Herr Söder nicht davor zurückschreckt, die Öffentlichkeit mit falschen Angaben zu täuschen, unterstreicht einmal mehr, dass es bei den Verlagerungsplänen nach Nürnberg nicht um die Sache geht, sondern um ein politisch abgekartetes Spiel.“

 

Die FDP hatte bereits im Juli 2016 entsprechende Vermutungen geäußert und energisch gegen die Verlagerungsabsichten nach Nürnberg protestiert.

 

Enttäuscht zeigt sich die FDP aber auch davon, dass die Universität der falschen Standortangabe nicht von sich aus entgegengetreten sei. Faigle: „In Zeiten von Fake-News ist es von immenser gesellschaftlicher Bedeutung, dass gerade die Wissenschaft diesem verheerenden Trend etwas entgegensetzt. Die FAU darf daher falsche Zahlen nicht dulden.“

 

Inzwischen erneuerte Lars Kittel, der Fraktionschef der FDP im Erlanger Stadtrat, seine Forderung, die Universität möge ihre Planungen „Vision 2030“ – zumindest gegenüber den Stadtratsgremien – offenlegen. Bereits in der von der FDP im Januar-Stadtrat beantragten Aktuellen Stunde zum Thema hatte Kittel darauf aufmerksam gemacht, dass die Stadt Erlangen nicht behilflich sein könne, wenn sie die Planungen und den Entwicklungsbedarf der Uni überhaupt nicht erfahren dürfe.

 

Kittel: „Das ist nach wie vor unverständlich, dass wir als Stadt hier nicht einbezogen werden. Ich bleibe dabei: Zu allererst muss die FAU ihren Bedarf ordentlich artikulieren, damit wir seriös diskutieren können“.

 

Faigle und Kittel sind sich einig, dass es bei gutem Willen sehr wohl möglich sei, der TechFak auch am Standort Erlangen einen zukunftsfähigen Ausbau zu ermöglichen. Die inzwischen von vielen Seiten eingegangenen Vorschläge und Ideen würden das belegen.

 

Faigle: „Alles andere ist Machtpolitik der Staatsregierung. Daher darf auch die örtliche CSU keine Krokodilstränen weinen, sondern muss jetzt endlich innerparteilich auf die Barrikaden.“

 

Siehe auch:

EN vom 28.03.2017: „Nur fünf TechFak-Standorte in Erlangen“

EN vom 21.01.2017: „Offene Fragen bei Standort-Suche für TechFak“

PM der FDP vom 10.05.2016: „Tech Fak ganz in Erlangen halten! Alle Chancen nutzen!